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Joel Hemphill
Ehre sei Gott in der Höhe
- Der Einfluss der griechischen Philosophie auf die christliche Lehre
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Joel Hemphill:
Gott sei die Ehre
- Die biblische Sicht von Gott
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Anthony Buzzard:
Die Lehre von der Dreieinigkeit Gottes
- Die selbst zugefügte Wunde der Christenheit
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Geschrieben von Markus Schumacher im August 2012

In dem Gespräch, welches der Herr Jesus mit Nikodemus geführt hat, findet sich die nachstehend zitierte Aussage Jesu:

„Und niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel, als nur der, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, der Sohn des Menschen.“ Johannes 3,13

Diejenigen, welche die Präexistenz Jesu vertreten, sehen in den Worten: „als nur der, der aus dem Himmel herabgekommen ist" einen Beleg dafür, dass Jesus, bevor er als Mensch auf die Erde kam, bei GOTT im Himmel gewesen sein soll. Dem entsprechend wird das Hinaufsteigen in den Himmel als die Himmelfahrt Jesu zur Rechten GOTTES interpretiert.

Gegen diese Vorstellung deutet aber die Tatsache, dass der Herr Jesus in diesem Zusammenhang von sich selbst als von dem Sohn des Menschen redete. Es ist der Sohn des Menschen gewesen, der hinaufgestiegen war in den Himmel und der auch wieder aus dem Himmel herabgestiegen war. "Sohn des Menschen" aber ist die Bezeichnung einer rein menschlichen Person, die ihr Leben logischer Weise auch als ein Mensch begann. Es macht wirklich keinen Sinn vom Sohn des Menschen zu sprechen und dabei an ein himmlisches Wesen zu denken.

Auch die Reihenfolge spricht nicht dafür, dass es sich bei dem Herabsteigen Jesu aus dem Himmel und dem Hinaufsteigen Jesu in den Himmel um die Inkarnation und die Himmelfahrt Jesu handelt. Denn in Johannes 3,13 ist Jesus zuerst in den Himmel hinaufgestiegen und danach erst aus dem Himmel herabgestiegen. Somit kann es sich bei dem Hinaufsteigen in den Himmel und bei dem Herabsteigen aus dem Himmel keineswegs um die Inkarnation (so genannte Fleischwerdung) oder die Himmelfahrt Jesu zur Rechten GOTTES gehandelt haben.

Als GOTT SEINEM Volk durch Moses über die Ältesten wiederholt das Gebot  vorgelegt hatte, ließ ER unter anderem die folgenden Worte mitteilen:

„Denn dieses Gebot, das ICH dir heute gebiete, ist nicht zu wunderbar für dich und es ist dir nicht zu fern. Es ist nicht im Himmel, dass du sagen müsstest, wer wird für uns in den Himmel hinaufsteigen und es uns holen und es uns hören lassen, dass wir es tun? Und es ist nicht jenseits des Meeres, dass du sagen müsstest, wer wird für uns auf die andere Seite des Meeres hinüberfahren und es uns holen und es uns hören lassen, dass wir es tun? Sondern ganz nahe ist dir das Wort in deinem Mund und in deinem Herzen es zu tun. Siehe ICH habe dir heute vorgelegt, das Leben, und das Gute, den Tod und das Böse.“ 5.Mose 30,11-15

Weil GOTT mit dem Führer und Propheten Mose geredet hatte und ihm zunächst auf dem Berg Horeb/Sinai und dann später in der Stiftshütte das Gebot offenbart hatte, war es nicht mehr nötig, dass ein anderes Mitglied des Volkes mit GOTT von Angesicht zu Angesicht redete, um Offenbarungen zu empfangen. Mose war in der Gegenwart GOTTES gewesen und GOTT hatte ihm das Gebot gegeben. Den Übergang aus dem Normalzustand des menschlichen Bewusstseins in den Zustand der Offenheit des menschlichen Bewusstseins für himmlische Dinge, ist nach rabbinischem Verständnis das Hinaufsteigen in den Himmel gewesen. Das Hinaufsteigen in den Himmel bezeichnet demnach den Übergang in den Zustand einer besonderen Gemeinschaft mit GOTT, welche dazu befähigte, GOTTES Offenbarungen zu empfangen. So wie Mose auf dem Berg und in der Stiftshütte zu GOTT in den Himmel aufgestiegen war, so war auch Jesus zu GOTT in den Himmel aufgestiegen, jeweils um das Wort GOTTES zu empfangen. Jesus und Moses werden beide als Propheten bezeichnet und miteinander verglichen.

„Einen Propheten wie mich wird dir JaHuWaH dein GOTT, aus deiner Mitte aus deinen Brüdern erstehen lassen, auf ihn sollt ihr hören. Nach allem was du von JaHuWaH deinem GOTT am Horeb erbeten hast, am Tage der Versammlung, indem du sagtest, ich möchte die Stimme JaHuWaHs meines GOTTES nicht länger hören und dieses große Feuer möchte ich nicht mehr sehen, damit ich nicht sterbe! Da sprach JaHuWaH zu mir: „Sie haben recht getan, mit dem was sie geredet haben: Einen Propheten will ICH ihnen aus der Mitte ihrer Brüder erstehen lassen. ICH will MEINE Worte in seinen Mund legen und er wird zu ihnen alles reden, was ICH ihm befehlen werde.“
5.Mose 18,15-18

Auch der Jünger Johannes, dem die Offenbarung gegeben worden ist, war ein Prophet und es wird von ihm gesagt, dass er im Geist und im Himmel war:

„Ich war an DES HERRN (hier ist meinem Verständnis nach von GOTT die Rede) Tag im Geist und ich hörte hinter mir eine laute Stimme, wie von einer Posaune.“ Offenbarung 1,10

„Und nach diesem sah ich: und siehe, eine Tür, geöffnet im Himmel, und die erste Stimme, die ich gehört hatte, wie die einer Posaune, die mir redete, sprach: Komm hier herauf und ich werde dir zeigen, was nach diesem geschehen muss. Und sogleich war ich im Geist und siehe ein Thron stand im Himmel und auf dem Thron saß EINER.“ Offenbarung 4,1-2

An dieser Stelle ist deutlich von dem Heraufkommen des Johannes die Rede und dieses entspricht sinngemäß völlig dem Hinaufsteigen des Mose und dem Hinaufsteigen des Herrn Jesus. In dem obigen Vers ist weiter von einer geöffneten Tür im Himmel die Rede. Dies erinnert an den offenen Himmel anlässlich der Taufe des Herrn Jesus.

„Und es geschah aber, als das ganze Volk getauft wurde und Jesus getauft war und betete, dass der Himmel geöffnet wurde und der heilige Geist in leiblicher Gestalt aus dem Himmel herabstieg und eine Stimme aus dem Himmel kam: Du bist MEIN lieber Sohn, an dir habe ICH Wohlgefallen gefunden.“ Lukas 3,23 – 24

Der Herr Jesus sprach einige Male von den übernatürlichen Offenbarungen SEINES VATERS.

„Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich ich sage euch. Der Sohn kann nichts von sich selbst tun, außer was er DEN VATER tun sieht, denn was DER tut, das tut ebenso auch der Sohn.  Denn DER VATER hat den Sohn lieb und zeigt ihm alles, was ER SELBST tut, ER wird ihm größere Werke als diese zeigen, dass ihr euch verwundert.“ Johannes 5,19-20

GOTT hat dem Herrn Jesus die Wunder, welche er tun sollte, in Visionen, in welchen er das Wunderwirken GOTTES im Voraus schauen durfte, gezeigt. Und um diese Wunder GOTTES im Himmel sehen zu können, musste der Herr Jesus im Geist sein und in den Himmel hinaufsteigen.
Auch im Zusammenhang mit der Wortverkündigung Jesu ist vom übernatürlichen Sehen Jesu die Rede.

„Ich rede, was ich bei DEM VATER gesehen habe, auch ihr nun tut, was ihr bei eurem Vater gesehen habt.“ Johannes 8,38

Im Licht dieser Wahrheiten, ist nun auch der Zusammenhang von Johannes 3,13 zu betrachten. In den Versen 10 – 21 steht eine längere Antwort, welche der Herr Jesus dem Nikodemus auf die Frage nach dem Geschehen der neuen Geburt gegeben hatte. Es sollen aber nur die Verse 10 – 16 mit einigen Sätzen kommentiert werden.

Zunächst kritisiert der Herr Jesus den Nikodemus insofern, dass er als Lehrer Israels eigentlich in der Lage sein müsste, die Dinge zu verstehen, die mit dem Geist bzw. dem Wirken GOTTES zusammenhängen und darin ihren Ursprung haben. (Vers 10)

Im weiteren Verlauf der Rede, sagte Jesus dann:

„Wahrlich, wahrlich ich sage dir: Wir reden was wir wissen und bezeugen, was wir gesehen haben und unser Zeugnis nehmt ihr nicht an.“ Johannes 3,11

Mit den Worten „Wir reden was wir wissen und bezeugen was wir gesehen haben“ brachte der Herr Jesus zum Ausdruck, dass er sich als Prophet in der Reihe der Propheten sah. Der Prophet predigte entweder altes Wissen und damit bereits offenbarte Wahrheiten, oder aber er bezeugte die Dinge, welche GOTT ihm in persönlichen Offenbarungen und Visionen gezeigt hatte, welche er gesehen und die bislang unbekannt waren. Der Herr Jesus wirft den führenden Juden vor, dass sie die Propheten und deren Zeugnis über die ihnen zuteil gewordenen Offenbarungen nicht angenommen hatten.

„Wenn ich euch das Irdische gesagt habe und ihr glaubt nicht, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch das Himmlische sage.“ Johannes 3,12

Auch wenn der Herr Jesus sich auf schon lange offenbarte Wahrheiten bezog, die seinen Vorläufern im Amt des Propheten geschenkt worden waren, und er diese auslegte, fand seine Predigt keinen Anklang und auch keinen Glauben bei den Zuhörern. Wenn nun Wahrheiten hinzukämen, welche GOTT Jesus persönlich offenbarte und ihm in himmlischen Visionen zeigte, so würden die führenden Juden, noch weit weniger glauben. Das Irdische sind die schon bekannten Wahrheiten. Das Himmlische sind neu offenbarte Wahrheiten.

„Und niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel, als nur der, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, der Sohn des Menschen.“ Johannes 3,13

Die Aussage, dass „niemand hinaufgestiegen ist in den Himmel, als nur der, der aus dem Himmel herabgestiegen ist“, bedeutet nicht, dass niemals ein Mensch in den Himmel hinaufgestiegen war. Sie ist vielmehr so zu verstehen, dass der Herr Jesus der Prophet war, dem GOTT neue noch unbekannte Wahrheiten durch Offenbarung zuteil werden ließ. Abgesehen von Johannes dem Täufer, dessen Amt aber bereits vollendet war, gab es keinen Propheten mehr in Israel, dem GOTT übernatürliche himmlische Dinge gezeigt hatte und neue Einblicke gegeben hatte.

„Und wie Mose in der Wüste eine Schlange erhöht hatte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder der an ihn glaubt, ewiges Leben habe“ Johannes 3,14 – 3,15

Dass Mose auf Geheiß GOTTES eine bronzene Schlange an einem Stab aufgesteckt  hatte, um die Israeliten, welche glaubten, vom Tod durch bissige Schlangen zu erretten, war eine allgemein bekannte Geschichte. Dass Jesus diese Geschichte auf sich selber anwandte, und dass er nach dem Ratschluss GOTTES wie die Schlange an einem Stab aufgesteckt werden sollte, damit jeder der an ihn glaubt, ewiges Leben haben sollte, war etwas ganz Neues und diese Erkenntnis wurde ihm durch persönliche und übernatürliche Offenbarung zuteil.

„Denn so hat GOTT die Welt geliebt, dass ER seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder der an ihn glaubt nicht verloren geht, sondern ewiges Leben habe.“ Johannes 3,16

Durch geistliche Erleuchtung bekam der Herr Jesus einen tiefen Blick über den Hintergrund des prophetisch Geschauten. Der Herr Jesus sah sich zunächst selbst als den Sohn der besonderen Liebe GOTTES, als den eingeborenen Sohn, und er lebte in dieser Liebe und der persönlichen Gemeinschaft mit DEM VATER. Nun wurde ihm offenbart, dass die Liebe GOTTES so unvorstellbar groß war, dass ER sogar beabsichtigte, die Welt zu retten. Jesus gebrauchte hier die Vergangenheitsform, weil in der Vorsehung GOTTES bereits alles fertig war.

GOTT hat seinem geliebten Sohn, unserem Herrn Jesus, das Ereignis der Kreuzigung in einer Vision sehen lassen und ihm auch den tiefen Hintergrund SEINER Liebe dabei offenbart.

Fazit: Johannes 3,13 ist keineswegs ein Indiz für eine Präexistenz Jesu, sondern spricht von dem geistigen Hinaufsteigen Jesu in den Himmel zum Zweck des Empfangs übernatürlicher Offenbarungen, welche ihm von GOTT geschenkt worden waren. Aus dem Himmel musste Jesus wieder herabsteigen, um sich den Menschen zuwenden zu können.

   
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