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Geschrieben von Markus Schumacher, im November 2013

Mit diesen Gedanken soll den Lesern eine Verständnishilfe gegeben werden und der Versuch einer Auslegung unternommen werden.

Unsere Gedanken sollten auf der Grundlage einer oder mehrerer eindeutiger und klarer Aussagen der heiligen Schrift beruhen. Wenn man die Bibel in ihren Aussagen verstanden hat, darf man sich auch weitere Gedanken darüber machen und Schlussfolgerungen ziehen.

Ebenso wichtig ist es, dass der Zusammenhang berücksichtigt wird, damit zum Beispiel klar wird, warum der Herr Jesus in dem Gespräch mit der Samariterin die grundsätzliche Aussage macht: GOTT ist GEIST. Daher also zunächst der Text und die Aussage Jesu Christi.

"Jesus spricht zu ihr (der Samariterin am Jakobsbrunnen): "Frau: Glaube mir, es kommt die Stunde, da ihr weder auf diesem Berge, noch in Jerusalem, DEN VATER anbeten werdet. Ihr betet an, WAS ihr nicht kennt, wir beten an WAS wir kennen, denn das Heil ist aus den Juden. Es kommt aber die Stunde, und ist jetzt, da die wahren Anbeter DEN VATER in Geist und Wahrheit anbeten werden, denn auch DER VATER sucht solche als SEINE Anbeter. GOTT ist GEIST und die IHN anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten." Johannes 4,21-24

Es ist erst einmal zu bedenken, dass Juden und Samariter eigentlich nichts miteinander zutun hatten und auch nichts miteinander zutun haben wollten. Die Samariter waren ein Mischvolk, welches sich aus den Nationen und den übrig gebliebenen Nachkommen der 10 Stämme zusammensetzte. Dies führte dazu, dass die Samariter neben den 5 Büchern Moses von vielen heidnischen und fremdartigen Einflüssen geprägt waren, welche die Juden ablehnten. Während die Juden GOTT an dem von IHM bestimmten Ort, nämlich im Tempel zu Jerusalem, anbeteten, beteten die Samariter GOTT an einem Ort an, welchen GOTT nie zu SEINER Anbetung bestimmt hatte. So hatte es seit der Zeit der Wegführung in Samarien keine Offenbarungen GOTTES mehr gegeben, während die Juden von GOTT immer wieder Offenbarungen bekommen hatten.

Während also die Samariter keine Propheten hatten, waren solche im jüdischen Volk vorhanden. Dies führte dazu, dass im jüdischen Volk eine allgemeine Erkenntnis GOTTES vorhanden war, während die Samariter so gut wie keine Erkenntnis GOTTES hatten. Die Samariter lebten nicht nach den Gesetzen der Thora, während die Juden nach den Gesetzen der Thora lebten. Die Juden verachteten aus diesen Gründen die Samariter und die Samariter nahmen aus diesen Gründen von den Juden nichts an. Daher kann man eigentlich gar nicht ermessen, was es für die Samariterin bedeutete, dass der Herr Jesus sie darum bat, ihm zu trinken zu geben.

"Da kommt eine Frau aus Samaria, Wasser zu holen. Jesus spricht zu ihr: gib mir zu trinken." (Vers 7)

"Die samaritische Frau spricht nun zu ihm: "Wie bittest du, der du ein Jude bist von mir zu trinken, die ich eine samaritische Frau bin? Denn die Juden verkehren nicht mit den Samaritern." (Vers 9)

So baute der Herr Jesus bei dieser Frau das Misstrauen, den Argwohn und die Vorbehalte gegenüber ihm als Juden ab. Da der Herr Jesus ihr offen gesagt hatte, dass sie fünf Männer gehabt hatte, wusste sie, dass sie keine Geheimnisse vor ihm behalten musste und dass sie ihn offen fragen konnte. Und so warf sie die zentrale Aussage in den Raum, welche die Unterscheidung zwischen Juden und Samaritern markierte.

"Die Frau spricht zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. Unsere Väter haben auf diesem Berg angebetet und ihr sagt, dass in Jerusalem der Ort sei, an dem angebetet werden soll?" (Vers 19-20)

Offensichtlich war die Frau in Bezug auf den Ort der Anbetung verunsichert, da sie Jesus gerade als echten Propheten erlebt hatte. Und so stellte sie die Frage, die sie bewegte und erwartete von dem Propheten eine Aussage, welche die Unterscheidung begründete und erklärte. Doch die Antwort Jesu sah zunächst ganz anders aus, als sie erwartet hatte.

"Jesus spricht zu ihr: "Frau glaube mir: Es kommt die Stunde, da ihr weder auf diesem Berg, noch in Jerusalem DEN VATER anbeten werdet."

Hier verhieß der Herr Jesus prophetisch, dass sie DEN VATER einmal weder auf Gerazim, noch in Jerusalem anbeten würden. Damit erklärte der Herr Jesus beide Orte im Blick auf die Anbetung DES VATERS in der Zukunft für unwichtig und unbedeutend. DER VATER würde einmal von den Samaritern an jedem Ort angebetet werden. Auch ein Jude hätte mit der Aussage: "weder in Jerusalem" Mühe gehabt, so wie sie auch heute noch Mühe damit haben.

Dann aber kam der Herr Jesus doch noch auf die Frage zu sprechen, welche den wesentlichen Unterschied zwischen Samaritern und Juden ausmachte:

"Ihr betet an, WAS ihr nicht kennt, wir aber beten an, WAS wir kennen. Denn das Heil ist aus den Juden."

Der Herr Jesus sagte der Frau auf den Kopf zu, dass die Samariter in Bezug auf GOTT keine Kenntnis hatten und dass sie GOTT ohne Kenntnis anbeteten. Außerdem sagte der Herr Jesus der Frau, dass die Juden GOTT mit Kenntnis anbeteten. Der Herr Jesus schloss sich selbst mit seiner Aussage in das jüdische Volk ein, denn er sagte: "Wir beten an, WAS wir kennen."

Daher war auch Jesus Christus, wie alle anderen Juden, ein Anbeter DES VATERS, aus Kenntnis heraus. Das Wörtchen WAS bezeichnete den Gegenstand der Anbetung, nämlich GOTT von dem man sowohl sächlich als auch personal sprechen konnte. Zum Beispiel bezeichnete der Herr Jesus in seiner Antwort gegenüber dem hohen Rat und dem Hohenpriester GOTT als MACHT.

"Jesus spricht zu ihm: "Du hast es gesagt, doch ich sage euch: Von nun an werdet ihr den Sohn des Menschen sitzen sehen zur Rechten DER MACHT und kommen auf den Wolken des Himmels."
Matthäus 26,64; Markus 14,62

Weiter ergibt sich aus den Worten des Herrn Jesus, dass das Heil mit der Kenntnis und der Erkenntnis GOTTES verbunden ist. Denn der Herr Jesus verbindet die Aussage: "Wir beten an, WAS wir kennen" mit der Aussage, "denn das Heil kommt aus den Juden."

Das Heil kommt also aus den Juden, nicht wegen ihrer Identität als Juden, sondern wegen ihrer Kenntnis GOTTES. Sehr wohl hat die Erkenntnis GOTTES unterschiedliche Grade und Stufen. Die jüdische Kenntnis GOTTES damals war Grundlage ihrer Anbetung, welche sich auf die Thora, die Schriften und die Propheten stützte. Die samaritische Kenntnis GOTTES war schon damals total ungenügend, und so entbehrte deren Anbetung jeder Grundlage. Möglicherweise hatten die Samariter eine Vorstellung von GOTT, als sehe er aus wie ein menschliches Wesen, indem sie ihre heidnischen Vorstellungen mit den Offenbarungsaussagen der Bibel mischten, und diese für die Realität GOTTES hielten, wie dies auch heute manche tun.

Aber auch die jüdische Anbetung, basierend auf der Kenntnis dessen was GOTT im AT enthüllt hatte, war für die rechte Anbetung letztlich nicht ausreichend, blieb unzulänglich und unzureichend. Aus diesem Grund erklärte Jesus der Samariterin:

"Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter DEN VATER im Geist und Wahrheit anbeten werden, denn auch DER VATER sucht solche als SEINE Anbeter." (Vers 23)

Wahre Anbetung hat im Geist und Wahrheit zu geschehen, sonst ist sie untauglich und ungenügend. Echte Anbetung muss im Geist und Wahrheit geschehen. DER VATER selbst sucht solche Leute, die IHN auf diese Art anbeten. Mit "im Geist und Wahrheit anbeten", ist wohl die Erfüllung mit dem Geist GOTTES gemeint. Wenn Jesus die rechte Anbetung, nämlich als vom Geist GOTTES erfüllte Menschen für die Zukunft in Aussicht stellte, bezieht sich dies auf die Gemeinde Jesu nach Pfingsten.

Was meinte der Herr Jesus mit den Worten: "und ist jetzt." Jesus Christus selbst war nach seiner Taufe voll heiligen Geistes geworden und war von daher in der Lage GOTT im Geist und Wahrheit anzubeten. Alle anderen Menschen waren dazu bis Pfingsten noch nicht in der Lage.

"Jesus aber voll heiligen Geistes kehrte vom Jordan zurück und wurde vom Geist 40 Tage in der Wüste umhergeführt." Lukas 4,1

Rechte Anbetung in Geist und Wahrheit hängt also von der Erfüllung mit GOTTES Geist ab, aber ihre Grundlage ist die Wahrheit, dass GOTT GEIST ist.

"GOTT ist GEIST und die IHN anbeten, müssen im Geist und Wahrheit anbeten." (Vers 24.)

Weil GOTT GEIST ist, kann ER Menschen mit heiligem Geist erfüllen, so dass sie IHN in Geist und Wahrheit anzubeten vermögen. Im Gegensatz zu allen anderen Wesen und allen Geschöpfen, welche den Geist GOTTES in sich haben oder davon erfüllt werden können, ist GOTT dem Wesen und der Beschaffenheit nach ganz und gar GEIST, ER hat keine Körperteile und keine Gliedmassen, sondern ER ist absolut GEIST. Darum ist GOTT in der Lage, jedes geschaffene Wesen ganz mit SEINEM Geist zu erfüllen, GOTT könnte auch noch viel mehr Wesen mit SEINEM Geist erfüllen, als jemals geschaffen werden. Wer könnte je den Ozean des GEISTES ausschöpfen, ein Meer DES GEISTES, welches größer und weiter ist als der Himmel. Aus der Tatsache, dass GOTT GEIST ist, lässt sich auch die Tatsache SEINER umfassenden und unbegrenzten Allgegenwart ableiten. Diese hatte schon der König Salomo erkannt.

"Aber sollte GOTT tatsächlich auf der Erde wohnen. Siehe, die Himmel und die Himmel der Himmel, können DICH nicht fassen, wie sollte es denn dieses Haus tun, welches ich gebaut habe." 1.Könige 8,27.

Wörtlich heißt es: "die Himmel der Himmel als Gefäß fassen sie DICH nicht."

Hier werden also auch die höchsten und am weitesten ausgedehnten Himmel, als Gefäße bezeichnet, die GOTT nicht zu fassen vermögen. Es ist vielmehr umgekehrt: Es ist GOTT, welcher die Himmel in SICH fasst und auf geheimnisvolle Weise mit SEINER Gegenwart durchdringt. Aufgrund der Tatsache, dass GOTT GEIST ist, hat ER dem Raum nach keine Grenzen. SEINE Substanz ist GEIST. Was bedeutet GEIST? Im Griechischen steht an dieser Stelle PNEUMA! Und dieses Wort bedeutet, soviel wie LUFT, GEIST, MACHT, KRAFT und ATEM. Daher ergibt sich, dass GOTT das Universum und auch den Himmel auf eine vergleichbare Art mit SEINER GEISTIGEN Gegenwart umfasst, durchdringt und erfüllt, wie die Luft den Himmel um uns herum erfüllt. Neutrinos sind zum Beispiel unsichtbare Teilchen, von welchen man annimmt, dass sie im gesamten Universum gegenwärtig sind und andere Teilchen und Gegenstände zu durchdringen vermögen. Auch bei dem angenommenen so genannten Nullpunktfeld geht man davon aus, dass es das Universum als ein unsichtbares Informationen- und Teilchenfeld erfüllt, durchdringt und umfasst. Hier soll nun nicht behauptet werden, dass GOTT ein solches Nullpunktfeld ist, und schon gar nicht geht es darum, GOTT mit irgendwelchen Neutrinos zu vergleichen. Denn selbst wenn es dieselben gäbe, so wären auch diese innerhalb von GOTT, DER alles erfüllt, durchdringt und umfasst und welcher alles erzeugt und geschaffen hat. Es soll damit nur erklärt werden, dass es möglich ist, dass so wie Teilchen und Felder uns zu durchdringen vermögen, auch GOTT uns und unser Universum erfüllt, durchdringt und umfasst und somit, wie man in der Lehre von GOTT sagt, allgegenwärtig der Grenzenlosigkeit des Raumes nach ist. Der Raum an und für sich als etwas ohne Inhalt und auch der absolut leere Raum aber ist gar nicht vorhanden. GOTT ist somit ohne Raum weil ER selbst der Raum ohne Grenzen ist.

GOTT ist sozusagen auch die Seele des Himmels und des Universums. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, warum nicht alle Menschen mit heiligem Geist erfüllt sind oder alle Menschen gleichermaßen von GOTT erfüllt werden. Dafür können mehrere Gründe genannt werden:

1.) GOTT befindet sich zum größten Teil in einem Zustand der aktiven Ruhe und der unendlichen Potenzialität

2.) GOTT befindet sich daher in einer höheren Dimension. SEINE Beschaffenheit unterscheidet GOTT nicht nur von dem Himmel und dem Universum, sie unterscheidet GOTT auch von der natürlichen Geistigkeit des Menschen und auch anderer geistiger Wesen.

3.) GOTT hat verschiedene Grade der Intensität der Wirksamkeit SEINES GEISTES.

4.) Der Mensch hat die Fähigkeit verloren oder hat die Fähigkeit von Natur nicht, darauf zurückzugreifen.

5.) Der Mensch lebt zwar von GOTTES Atem und von SEINEM Geist, aber eben nicht seinem innersten Wesen nach.

6.) Denn noch ist GOTT einem jeden von uns nicht fern, denn in IHM Leben, Weben und sind wir und auch alles andere.

7.) Jesus Christus, war der erste, welchem sich die Dimension GOTTES aufgrund des Gebetes öffnete und der dann vom heiligen Geist erfüllt wurde.

8.) GOTTES Wesen, von SEINER Potenzialität angefangen, bis zu SEINER Wirksamkeit ist reine und heilige LIEBE. Je mehr Geschöpfe im Hass und Egoismus verharren, desto größer ist die Kluft zwischen GOTT und ihnen, obwohl ER dem Raum nach so unvorstellbar nahe ist.

GOTTES Wesen, die Tatsache, dass ER GEIST ist und SEINE Allgegenwart ohne Grenzen ist also die Grundlage, dass ER an jedem Ort des Universums und des Himmels angebetet werden kann. Es ist ebenso auch die Grundlage, dass GOTT unzählige menschliche und andere Wesen mit SEINEM GEIST und SEINER Gegenwart erfüllen kann, damit sie IHN in Geist und Wahrheit anzubeten vermögen. Auf diese Weise vermag GOTT den Menschen auch spürbar sehr nahe sein.

Anbetung geschieht auf der Grundlage von GOTTES Größe und dazu kann auch die Erkenntnis der umfassenden, alldurchdringenden und alles erfüllenden und grenzenlosen Gegenwart GOTTES beitragen, sowie auch das Wissen um die Abhängigkeit von GOTT, welcher ein unendliches Meer DES GEISTES ist.

Die echte Anbetung in Geist und Wahrheit hat aber auch zutiefst etwas mit dem Erkennen des innersten Wesens GOTTES zutun. GOTT ist LIEBE. GOTT ist dem Wesensgrund nach LIEBE und SEINE unendliche Vitalität, SEINE Aktivität, SEIN Wirken, SEIN Denken und Planen. Erlösen und Erschaffen geschieht aus LIEBE. GOTTES LIEBE aber ist keine Liebelei, GOTT kann, wiewohl ER LIEBE ist, auch Zorn erweisen. Die LIEBE GOTTES schließt SEINE Gerechtigkeit und richterliche Strenge nicht aus, sondern ein. Doch zunächst der Evangelist mit in einer herrlichen Passage über die Liebe GOTTES.

"Geliebte lasst uns einander lieben, denn die LIEBE ist aus GOTT, und jeder der liebt, ist aus GOTT geboren und erkennt GOTT. Wer nicht liebt hat GOTT nicht erkannt, denn GOTT ist LIEBE. Hierin ist die Liebe GOTTES zu uns enthüllt worden, dass GOTT SEINEN eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn Leben möchten. Hierin ist die LIEBE, nicht dass wir GOTT geliebt haben, sondern, dass ER uns geliebt und seinen Sohn gesandt hat als eine Sühnung für unsere Sünden." 1.Johannes 4,7-10

Davon, dass GOTT SEINEN eingeborenen Sohn aus LIEBE zur unwürdigen Welt gegeben hat, war bereits im Gespräch mit Nikodemus die Rede. Jesus Christus erklärte damals:

"Also hat GOTT die Welt geliebt, dass ER SEINEN eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben." Johannes 3,16

Die rechte Erkenntnis GOTTES ist mit dem ewigen Leben verbunden. In seinem Hohenpriesterlichen Gebet sagte der Herr Jesus:

"Dies aber ist das ewige Leben, dass sie DICH, DEN ALLEIN WAHREN GOTT, und den DU gesandt hast, Jesus Christus, erkennen!" Johannes 17,3

Sie drückt sich dann auch in einer entsprechenden Anbetung GOTTES aus.

Aber sie geht doch noch viel tiefer, indem sie das gesamte Leben umfasst, so dass der erfasste Mensch GOTT durch ein hingebendes Leben und Opfer dient und damit das Gebot erfüllt wird:

"Du sollst DEN HERRN, DEINEN GOTT, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Verstand und von allen deinen Kräften." 5.Moses 6,5, Markus 12,30.

Paulus schrieb:

"Ich ermahne euch aufgrund der Barmherzigkeit GOTTES, dass ihr eure Leiber zum Opfer gebt, welches GOTT wohlgefällig ist, dies sei euer vernünftiger Dienst für GOTT." Römer 12,1

An kaum einer Stelle im NT wird die überragende Bedeutung Jesu als Prophet so deutlich wie in den betrachteten Versen. Hier wird deutlich, dass der Herr Jesus sogar Mose übertrifft, denn er lehrte als erster Mensch Anbetung unter Berücksichtigung der Tatsachen, dass GOTT dem Wesen nach GEIST ist und dass er im Geist und in Wahrheit angebetet werden muss.

Aber was der Herr Jesus erkannt hatte, was er lehrte und was er praktizierte, war den Jüngern und seinen Zeitgenossen noch fremd. Jesus sagte ja: "Es kommt die Stunde und ist jetzt."

Wann war die Stunde, welche der Herr Jesus gemeint hatte? Nun, gewiss, die Grundlage dazu war zu Pfingsten, 50 Tage nach der Auferweckung Jesu gelegt worden. Doch hatten die Jünger die Bedeutung des Geistes und seinen Zweck GOTT unter Berücksichtigung dessen, dass ER GEIST ist, in Geist und Wahrheit, anzubeten, eigentlich schon erkannt und verstanden? Dies wird kaum der Fall gewesen sein. Die Erwartungen der Jünger orientierten sich immer noch auf die Wiederherstellung des Reiches Israels, wie viel mehr war dies bei den anderen frommen und gesetzestreuen Juden der Fall.

"Wirst du in dieser Zeit das Reich für Israel wiederaufrichten." Apostelgeschichte 1,6.

Jesus hat die Frage weder mit Nein, noch mit Ja beantwortet. Er tat dies aus seelsorgerlichen Gründen nicht. Schließlich sollten die Jünger in Jerusalem auf die Erfüllung mit dem heiligen Geist warten und in der Kraft desselben das Evangelium verkünden. Bekanntlich waren auch die Jünger zu Emmaus nach dem Tode Jesu völlig frustriert, was in der Aussage gipfelte:

"Wir aber dachten, er wäre der, welcher Israel erlösen würde." Lukas 24,21

Was immer man damals auch unter der Erlösung verstanden wurde, sie war vornehmlich auf die Erde ausgerichtet und schloss in der Erwartung die Erlösung von dem Joch der Römer mit ein.

Dies alles bedeutet, die Anbetung im Tempel gehörte noch nicht der Vergangenheit an, selbst dann, als die Jünger nicht mehr im Tempel anbeteten und sogar noch dann, als der Tempel bereits zerstört war, gab man die Erwartung einer irdischen Anbetung, der gebunden war an einem bestimmten Ort, nicht auf. Daher gilt auch für die Gemeinde Jesu und nicht nur für die Juden die Frage, ob sie verstanden hat, was Jesus meinte, wenn er sagte:

"Aber es kommt die Stunde und ist jetzt, dass die wahren Anbeter DEN VATER in Geist und Wahrheit anbeten, denn auch DER VATER sucht solche als SEINE Anbeter. GOTT ist GEIST und die IHN anbeten, müssen im Geist und Wahrheit anbeten." Johannes 4,23-24

Amen.


Anmerkung: Es könnte der Vorwurf im Raum stehen, der Verfasser neige dem Pantheismus zu. Dem ist keineswegs der Fall. GOTT ist, wiewohl ER über dem Universum steht, das Universum umfasst und im Universum gegenwärtig ist, EIN persönliches WESEN. ER ist EINER. GOTT will, dass Menschen eine persönliche Beziehung zu ihm haben. Über die Personalität GOTTES kann es gar keinen Zweifel geben, denn GOTT ist sich bewusst, denkt, plant, segnet, wirkt, erschafft, erlöst, lenkt, führt, erzieht, erkennt, bestimmt vorher, beruft, rechtfertigt und verherrlicht.

GOTT ist also durchaus PERSON, wenn ER auch als DER URGRUND von allem die Vorstellungen SEINER Geschöpfe sprengt und sich weder Engel, noch Menschen auf Augenhöhe mit IHM befinden.